Sonderausstellung

„1000 Jahre Kaiserdom Merseburg“

10. August bis 09. November 2015

Kunstwerk 11 von 11

Die sog. Öllampe der Heiligen Kunigunde

Öllampe Kunigunde © Foto: Vereinigte Domstifter, M. Negwer

Öllampe Kunigunde © Foto: Vereinigte Domstifter, M. Negwer

Der letzte Ausstellungsraum bei Ihrem Rundgang durch „1000 Jahre Kaiserdom Merseburg“ führt Sie in das Kapitelhaus. Das Kapitelhaus ist der „Verehrung Kaiser Heinrichs II. und Kunigundes in Merseburg“ gewidmet. Prunkvolle Exponate wie ein wertvoller spätgotischer Kaiserkelch (um 1470/80)  oder die sogenannte Öllampe der Heiligen Kunigunde machen deutlich, in welch hoher Gunst das Kaiserpaar stand.

Aber worum handelt es sich eigentlich bei der Öllampe? 

Genau genommen ist es gar keine Öllampe. Vielmehr handelt es sich um einen fragmentarisch erhaltenen Reliquienbehälter. Einer Zeichnung nach soll er ehemals mit drei Türmen versehen gewesen sein. Es stellt sich die spannende Frage, was wohl der Inhalt gewesen sein mag: Teile vom Gürtel und dem Gewand Marias, der Rute Aarons und der Rute, mit der Christus geschlagen wurde, sollen unter anderem in dem Behälter aufbewahrt worden sein.

Das Gefäß wird von einer vergoldeten Kupfermontierung zusammen gehalten. Drei liegende Löwen aus Bergkristall tragen einen dreiseitigen Fuß, einen achteckigen Schaft und einen glatten, aus zwei Teilen zusammengesetzten Kopf. Dessen mittige Bohrung nimmt eine Metallhülse auf. Von den ehemals drei ringsum aufgesetzten Reliquienbehältern sind nur noch die Trägerplatten erhalten sowie darauf eine der hochovalen Metallkapseln. In diesem Zustand wurde das Reliquiar 1799 für eine Öllampe gehalten, was ihr die heutige Bezeichnung einbrachte.

Das Reliquiar ist seit 1380 im Bamberger Domschatz nachweisbar. Aber bereits 1127 werden sechs Kristallleuchter genannt, von denen möglicherweise die Bergkristallteile des Reliquienbehälters stammen.